Die vier Faktoren, die über die Wirtschaftlichkeit entscheiden
Die verbreitetste Fehlannahme beim Anlagenkauf ist, dass eine größere Anlage automatisch die bessere Rendite bringt. Tatsächlich verhält es sich umgekehrt.
Jede zusätzliche Kilowattpeak-Leistung, deren Strom nicht selbst verbraucht wird, fließt zur Einspeisevergütung ins Netz — und die liegt bei einer Inbetriebnahme ab dem 1. August 2026 mit 7,70 Cent bei gut einem Fünftel des Preises, den Sie für Netzstrom zahlen (alle Sätze und Fristen). Der Rechner weiter unten legt noch 7,86 Cent zugrunde, den Satz früherer Inbetriebnahmen; sein Ergebnis fällt damit eine Spur zu günstig aus. Die Wirtschaftlichkeit hängt damit an vier Größen, in dieser Reihenfolge der Wirkung:
- Eigenverbrauchsanteil — jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ist fast fünfmal so viel wert wie eine eingespeiste.
- Spezifische Investitionskosten in Euro je kWp — hier liegen zwischen Angeboten regelmäßig 30 Prozent Unterschied.
- Strompreisentwicklung — sie bestimmt, wie schnell der Wert des Eigenverbrauchs steigt.
- Dachausrichtung und Verschattung — beeinflusst den Ertrag, wird aber in der Regel überschätzt.
Was in solchen Rechnungen regelmäßig fehlt, sind die laufenden Kosten. Der größte Einzelposten darunter ist die Versicherung: Als Baustein zur Wohngebäudepolice kostet sie ab rund 35 Euro im Jahr, als eigenständige Police 65 bis 137 Euro (Stiftung Warentest, Untersuchung vom 4. April 2025). Bei einer Anlage mit 7 Kilowatt sind das drei bis zwölf Prozent des Jahresertrags — wenig genug, um die Amortisation kaum zu verschieben, aber zu viel, um sie zu unterschlagen. Welcher Weg was abdeckt, steht unter Photovoltaik-Versicherung.
Kernpunkt
Eine 7-kWp-Anlage mit 45 Prozent Eigenverbrauch amortisiert sich schneller als eine 12-kWp-Anlage mit 22 Prozent — trotz geringerer Gesamterzeugung.
Eigenverbrauch erhöhen — was tatsächlich wirkt
Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauchsanteil eines durchschnittlichen Einfamilienhaushalts bei 25 bis 35 Prozent. Der Grund ist zeitlicher Natur: Die Erzeugung erreicht ihr Maximum zur Mittagszeit, der Verbrauch dagegen morgens und abends. Drei Hebel verschieben dieses Verhältnis messbar:
- Lastverschiebung — Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner per Zeitschaltung ins Mittagsfenster legen. Wirkung: plus 4 bis 8 Prozentpunkte, Kosten: null.
- Wärmepumpe oder Heizstab — thermische Speicherung ist deutlich günstiger als elektrische. Wirkung: plus 10 bis 18 Prozentpunkte.
- Batteriespeicher — wirkt am stärksten (plus 20 bis 30 Prozentpunkte), verlängert aber bei aktuellen Preisen die Amortisation der Gesamtinvestition meist um ein bis drei Jahre.
Rechnet sich ein Batteriespeicher?
Ein Speicher ist wirtschaftlich dann sinnvoll, wenn seine Kosten je nutzbarer Kilowattstunde über die Lebensdauer unter der Differenz zwischen Strompreis und Einspeisevergütung liegen. Bei 35 Cent Strompreis und 7,86 Cent Vergütung beträgt diese Differenz 27,1 Cent.
Ein Speicher mit 8 kWh nutzbarer Kapazität für 6.400 Euro, der über 15 Jahre rund 250 Vollzyklen pro Jahr leistet, kostet damit etwa 21 Cent je gespeicherter Kilowattstunde — er rechnet sich also knapp. Bei einem Strompreis unter 30 Cent kippt die Rechnung.
Am Balkon sieht das anders aus. Dort ist der Überschuss, den ein Akku überhaupt auffangen kann, um ein Vielfaches kleiner — was ein Speicher am Balkonkraftwerk bringt, ist deshalb getrennt durchgerechnet.
Die Zahlen dieses Abschnitts folgen den Annahmen des Rechners oben. Mit den inzwischen gültigen Werten — 37,0 Cent Strompreis (BDEW, Stand April 2026) und 7,70 Cent Vergütung (Bundesnetzagentur, ab 1. August 2026) — liegt die Differenz bei 29,3 Cent statt 27,1, und der Speicher fällt entsprechend günstiger aus. Für die Dachanlage ist das unter PV-Anlage mit Speicher im Einzelnen aufgeschlüsselt.
Häufiger Rechenfehler
Viele Angebote rechnen mit der Bruttokapazität statt der nutzbaren Kapazität. Zwischen beiden liegen je nach Zelltechnik 8 bis 20 Prozent.
Förderung und steuerliche Behandlung
Seit dem Jahressteuergesetz 2022 gilt für Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden ein Umsatzsteuersatz von null Prozent auf Lieferung und Installation. Die Einnahmen aus der Einspeisung sind einkommensteuerfrei. Für die meisten Privathaushalte entfällt damit die früher übliche Gewerbeanmeldung.
Zusätzlich vergeben viele Bundesländer und Kommunen eigene Zuschüsse, die sich mit dem KfW-Programm 270 kombinieren lassen. Diese Programme ändern sich häufig — prüfen Sie den aktuellen Stand vor Vertragsabschluss.


